Ein Meistertitel reichte ihm nicht
Jonas Mohr aus Limburg freut sich über sein MJ-meistergeschenk

Manche Menschen sind einfach für das Handwerk gemacht. Schon als kleiner Junge turnte Jonas Mohr im elterlichen Betrieb umher und schaute sich die handwerklichen Fähigkeiten ab, die er heute als Geschäftsführer des eigenen Betriebs gut gebrauchen kann.
Mit 16 folgte nach der Schule zunächst die Ausbildung zum Maurer, an die er nahtlos die Meisterschule folgen ließ. Doch als frisch gebackener Maurer- und Stahlbetonbau-Meister war für den mittlerweile 19-Jährigen noch nicht Schluss. Die Schule für Gerüstbauermeister an der HWK für Oberfranken in Coburg war die erste, die eine bundesweit gültige Meisterprüfungsverordnung erlassen und 2001 die ersten angehenden Gerüstbauermeister geprüft hat. Und genau hier trat Jonas Mohr als frisch gebackener Maurermeister mit 19 Jahren an, um auch noch den Gerüstbauermeister zu machen.
„Maurer- und Stahlbetonbauer bringen umfangreiche Kenntnisse in Konstruktion, Statik, Arbeitssicherheit und Baustellenorganisation mit.“
Möglich wurde dieser Schritt durch eine Besonderheit im Handwerksrecht: Für die Meisterprüfung im Gerüstbauer-Handwerk ist nicht zwingend eine vorherige Ausbildung genau in diesem Gewerk vorgeschrieben, wenn bereits ein Meistertitel in einem fachlich verwandten Bauhandwerk vorliegt. Maurer- und Stahlbetonbauer bringen umfangreiche Kenntnisse in Konstruktion, Statik, Arbeitssicherheit und Baustellenorganisation mit – also genau jene Grundlagen, auf denen auch das Gerüstbauer-Handwerk aufbaut. In Verbindung mit praktischer Erfahrung im elterlichen Betrieb erfüllte Jonas damit die Zulassungsvoraussetzungen zur Meisterprüfung. Statt des klassischen Weges über Gesellenprüfung und mehrjährige Tätigkeit im Gerüstbau führte ihn sein Weg also über ein eng verwandtes Gewerk direkt in die nächste Meisterqualifikation – ein anspruchsvoller, aber offiziell vorgesehener Bildungsweg im Handwerk.
Mit 21 Jahren zwei Meistertitel auf dem Zettel – was folgt nun? Etwas der dritte? „Ne, jetzt werd ich erstmal schaffe“, sagt Jonas Mohr. „Später hänge ich vielleicht noch ein Studium dran. Mal sehen.“
Wir drücken die Daumen. Vielleicht können wir den „Doppel-Meister Diplom-Ingenieur“ dann in zwei, drei Jahren wieder in Plettenberg begrüßen!
